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Bergsportführer Tirol
Bergführer Tirol

Ausbildung zum Berg- und Schiführer

Allgemein:

Die Bergsportführerverbände der einzelnen Bundesländer haben die Ausbildung zentral an ihre Dachorganisation, dem Verband der Österreichischen Berg- und Skiführer übertragen, der die Ausbildung gemeinsam mit der Bundessportakademie Innsbruck (BSPA) durchführt. Durch diese Zusammenarbeit mit der BSPA, handelt es sich um eine staatlich anerkannte Ausbildung und ist die einzige Möglichkeit in Österreich die Ausbildung zum international legitimierten IVBV-Bergführer.
Nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung muss nach dem Tiroler Bergsportführergesetz bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde um die Befugnis ("Autorisierung") zum staatlich geprüften Berg- und Schiführer angesucht werden.


Kosten:
Pro Teil der Aufnahmeprüfung ist eine pauschale Aufwandsentschädigung von  € 100.- zu entrichten, unabhängig davon, ob Teilprüfungen angerechnet werden.
Für den vom Verband der Österreichischen Berg- und Skiführer durchgeführten ersten Ausbildungsteil mit insgesamt 8 Teilkursen (ca. 56 Kurstage), fallen Kosten von ca. € 4.000.- an, welche alle Kursunterlagen, Versicherung, Ausbilderkosten, usw. enthalten – die Teilnehmer müssen nur noch für Anreise, Unterkunft/Verpflegung und etwaig benötigte Ausrüstung selbst aufkommen.
Für die anschließende staatliche Berg- und Skiführerausbildung an der BSPA Innsbruck fallen keine weiteren Ausbildungskosten an (außer wiederum Anreise, Unterkunft/Verpflegung und etwaig benötigte Ausrüstung).


Eignungsprüfung:
Die Anmeldung zur Eignungsprüfung erfolgt beim Verband der Österreichischen Berg- und Skiführer und ist unter folgenden Voraussetzungen möglich:
- Vollendung des 18. Lebensjahres
- Sportmedizinisches Bestätigung über den Gesundheits- und Konditionszustand des Bewerbers (nicht älter als 6 Monate)

Die Eignungsprüfung besteht aus zwei Teilen (Winter und Sommer) und pro Prüfungsteil ist ein Unkostenbeitrag von € 100 zu entrichten.
Im Winter jeden Jahres findet die Eignungsprüfung im Bereich Schifahren mit Aufstieg und Abfahrt, anschließend die Prüfungen Steileis und Eis leicht statt (insgesamt 3 Tage)
Wer den ersten Teil positiv absolviert hat, kann im Mai zur Eignungsprüfung im Felsbereich (Sportklettern, Alpin- bzw. Clean-Klettern und Fels Leicht) antreten. Nach erfolgreicher Besprechung des Tourenberichtes kann man mit der Ausbildung beginnen.

Termine Aufnahmeprüfung:

Erhalten sie in der Geschäftsstelle des österreichischen Verbandes.

office@bergfuehrer.at



Anmeldung:

Die Anmeldung zur Eignungsprüfung erfolgt in Tirol über die Bergführersektionen bzw. den Tiroler Bergsportführerverband. Auf die frühe Kontaktaufnahme mit der zuständigen Bergführersektion wird besonders hingewiesen.

EU-Bürger, die die Ausbildung in Österreich machen wollen, wenden sich ebenfalls an ihre nächst gelegene Sektion bzw. den Tiroler Bergsportführerverband.

Zur Vorbereitung auf die sehr anspruchsvolle Eignungsprüfung bietet der Tiroler Bergsportführerverband spezielle Vorbereitungskurse an. Informationen dazu erhalten Sie bei der Geschäftsstelle:

Regina und Rainer Gstrein
Email: office@bergsportfuehrer-tirol.at  

Aufnahmevoraussetzung:
1. Die erfolgreiche Ablegung der Eignungsprüfung
2. Tourenbericht (vollständig)

3. Bestandene Aufnahmeprüfung
4. Vollendung des 18. Lebensjahres im Jahre der Abschlussprüfung
5. Sportmedizinisches Untersuchungszeugnis über den Gesundheits- und Konditionszustand des Bewerbers (nicht älter als 6 Monate)


Ausbildung:
Wer die Aufnahmeprüfung positiv absolviert hat, kann mit dem 56-tägigen ersten Ausbildungsteil beginnen.

Dieser beinhaltet folgende Kurse:
Theoriekurs I:             3 Tage (Juni)
Sportklettern:             8 Tage (Juli)
Felskurs I:                10 Tage (September)
Skitechnik I:               5 Tage (Dezember)
Skitouren:                  9 Tage (Jänner)
Eisfallklettern:             8 Tage (Jänner/Februar)
Skitechnik II:              5 Tage (Februar/März)
Skihochtouren:            8 Tage (März)

Die Kurse müssen, nachdem sie inhaltlich aufeinander aufbauen, in der oben angegebenen Reihenfolge, binnen zwei Jahren, positiv absolviert werden. Anschließend kann man zur staatlichen Berg- und Skiführerausbildung an der BSPA Innsbruck antreten, welche mit dem Aspirantenprüfungskurs beginnt und dann in insgesamt 40 Ausbildungstagen folgende Kurse beinhaltet:

Hochtouren I und  Anwärterprüfungskurs:          8 Tage (Juli])
Felskurs II:                                                      7 Tage (Sept)
Theoriekurs II:                                                 3 Tage (Okt)
Freeriden:                                                        7 Tage (März)
Skihochtouren-Durchquerung:                           6 Tage (April)
Hochtouren II:                                                 9 Tage (Juni/Juli)
Abschlussprüfung in Chamonix:                         2 Tage (Juli)

Die Ausbildung umfasst die ganze Palette des alpinen Bergsteigens in Theorie und Praxis. Als Zusatzqualifikation kann die Befugnis zum IVBV Canyoning-Führer erworben werden.
Zudem müssen zwischen dem Anwärterprüfungskurs und dem Abschluss der Ausbildung mind. 21 Führungs-Praxistage nachgewiesen werden.
 

Gestzlicher Hinweis:
Die Aufnahmewerber werden auf folgende gesetzliche Bestimmungen bei der Verleihung (Autorisierung) als Tiroler Schluchtenführer aufmerksam gemacht.

Gemäß § 4 des Tiroler Bergsportführergesetzes sind die Voraussetzungen für die Verleihung der Befugnis als Berg- und Schirführer durch die Bezirksverwaltungsbehörde folgende:

(1) Die Bezirksverwaltungsbehörde hat einer Person auf ihren Antrag die Befugnis als Berg- und Schiführer zu verleihen, wenn sie

a) eigenberechtigt ist,
b) verlässlich, körperlich und geistig geeignet und fachlich befähigt ist,
c) ausreichend haftpflichtversichert ist und
d) im Fall der Fremdsprachigkeit über die im Interesse der Sicherheit der Gäste unbedingt erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt.

(2) Die fachliche Befähigung hat der Antragsteller durch das Zeugnis über die erfolgreiche Ablegung der Schluchtenführerprüfung nachzuweisen. Im übrigen laut § 4 Abs. 2, 3, 4 zweiter und dritter Satz, 5 und 6 sinngemäß.


Prüfungskriterien Eignungstest:
Skifahren:

Aufstieg mit Skitourenausrüstung; ca. 1.000 Höhenmeter innerhalb von max. 2 Stunden
alpiner Skilauf nach dem Österr. Skilehrplan: lange und/oder kurze Radien, Rhythmuswechsel usw. in unterschiedlichen Schneearten und steilem Gelände.

Steileis:
Vorstieg einer Eiskletterroute am Eisfall: Klettern an vorgesetzten Sicherungspunkten und eingehängten Expressschlingen im senkrechten Gelände (Schwierigkeit: ca. WI4-5)

Eis-Leicht:
Bewältigung verschiedener Aufgaben wie Auf- und Abstieg in 40 Grad geneigtem Gelände, Querungen in Allzackentechnik (Eckensteintechnik),Frontalzackentechnik bis 90 Grad Neigung.

Sportklettern und Clean-Klettern:
Sturzfreie Begehung (rotpunkt) von Routen bis VII+ (UIAA)
Routen bis einschließlich Schwierigkeitsgrad VI+ (UIAA) sind mit mobilen Sicherungsmitteln (Keile, Friends) selbst abzusichern

Fels-Leicht:
Sicheres seilfreies Klettern bis einschließlich Schwierigkeitsgrad III mit steigeisenfesten Schuhen
Kletterstellen bis zum V. Schwierigkeitsgrad (UIAA) müssen mit Kletterschuhen mit Profilsohle geklettert werden.
 
Sonstiges:
Es wird empfohlen mit dem jeweiligen Landesverband Kontakt aufzunehmen, da diese die Kandidaten bei der Vorbereitung zur Eignungsprüfung unterstützen (Vorbereitungskurse)
EU-Bürger können die Ausbildung in Österreich absolvieren. Ausreichende Sprachkenntnisse in Deutsch werden vorausgesetzt und auch überprüft.
 
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